Identifikation

Psychologisch: Prozess der Gleichsetzung bzw. Verschmelzung von verschiedenen Einzelwahrnehmungen durch die Sinnesorgane zu einer psychischen Einheit. Psychoanalytisch: Die Tendenz eines Individuums, Einstellungen, Wertorientierungen, Gesten und andere Attribute eines anderen Individuums so zu assimilieren bzw. sich zu eigen zu machen, dass es sich vollst√§ndig oder teilweise nach diesem Vorbild umwandelt. In der psychoanalytischen Sozialisationstheorie gewinnt das Individuum im lebensgeschichtlich verlaufenden Prozess der Identifikationen seine unverwechselbare Identit√§t (es findet zu sich selbst). Das Kleinkind lernt mit der von der Umwelt eingeleiteten Versagung seiner Triebbed√ľrfnisse prinzipiell sich selbst von anderen zu unterscheiden. Dieses Unterscheidungsverm√∂gen differenziert sich aus dem Erleben von Befriedigungssituationen einerseits und Frustrationssituationen andererseits. Zun√§chst werden die W√ľnsche und Bed√ľrfnisse lediglich an Lust- und Unlustgef√ľhlen orientiert, sodann verinnerlicht das Kind Normen und Werte der Umwelt (in der Familie, vor allem bei Vater und Mutter) durch den Prozess der Internalisierung und Introjektion, w√§hrend es Aspekte seiner selbst durch den Vorgang der Projektion ver√§u√üerlicht.

 

Quelle: http://www.medpsych.uni-freiburg.de/OL/glossar/body_identifikation.html