Klasse

[1] Nach Ralf Dahrendorf  sind "Klassen" nicht durch Besitz bzw. Nichtbesitz speziell von Produktionsmitteln, sondern schlechthin von Machtmitteln zu definieren.

[2] Die umfassendste Klassentheorie entwickelte der Marxismus; K. Marx f√ľhrte den Begriff der Klasse zur Kennzeichnung jeder geschichtlichen Gesellschaftsform ein. Die in einem unvers√∂hnlichen Gegensatz (Klassengegensatz) befindlichen Klassen der jeweiligen Besitzenden und Herrschenden einerseits (Bourgeoisie) und der Ausgebeuteten andererseits (Proletariat) seien in ihrer Klassenlage durch den historischen Entwicklungsstand der Produktivkr√§fte und die Produktions- und Herrschaftsverh√§ltnisse bestimmt. Die Geschichte der Gesellschaft wird als eine Geschichte der Klassenk√§mpfe gedeutet.

[3] Eine soziale Klasse nach Bourdieu beruht nicht nur auf einem Merkmal, einer Summe von Merkmalen wie Einkommen, Beruf usw., sondern ist durch die Struktur der Beziehungen zwischen allen wichtigen Merkmalen definiert. Er gibt dem Klassenbegriff eine kulturtheoretische Wendung. In den ‚ÄěFeinen Unterschieden‚Äú strukturiert Bourdieu den sozialen Raum nach den Parametern kulturelles und √∂konomisches Kapital. Er h√§lt sie f√ľr die Ressourcen, auf denen alle wesentlichen sozialen Differenzen beruhen. Mit der Verf√ľgung √ľber die Ressourcen verkn√ľpft er charakteristische Formen des Denkens, Wahrnehmens und Handelns

 

Quellen:

1) Dahrendorf, Ralf (1957): Soziale Klassen und Klassenkonflikt in der

industriellen Gesellschaft. Stuttgart: Enke.

2) Mauke, Michael (1971): Die Klassentheorie von Marx und Engels. Frankfurt a.M:

Europ. Verl.-Anst.

3) Bourdieu, Pierre (1985): Sozialer Raum und Klassen. Frankfurt a.M. Suhrkamp.