Rassismus, Xenophobie und Parallelgesellschaften in Deutschland und Dänemark - Eine kultur- und mediengeschichtliche Bestandsaufnahme

Ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Universität Kopenhagen, Prof. Detlef Siegfried: Institut für Deutsche Geschichte und Kulturgeschichte

Inhalt: Spektakuläre Ereignisse der jüngsten Vergangenheit – wie der Karikaturenstreit, Gewalttätigkeiten an der Rütli-Schule und Morde aus ethnischen Gründen – machen Konflikt- und Problemfelder deutlich, die sich um die Integration von Ausländern, um Ausländerfeindlichkeit und um offen rassistische Handlungen drehen. Die Angst vor Parallelgesellschaften der Muslime in Europa wächst, der Fremdenhass, mit dem die Neonazis z.B. in Mecklenburg-Vorpommern nun auch die Politik mitbestimmen, macht bürgerliche Parteien sprachlos. In Dänemark hat eine neoliberale Ausländerpolitik drastische Restriktionen für Ausländer eingeführt und auch in Deutschland ist die Asylpolitik Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen.

In diesem Projekt wollen wir uns mit der medialen Darstellung des Themas Rassismus in Deutschland, in Europa und in seinen globalen Varianten auseinandersetzen. Ausgehend von den Problemen der Gegenwart sollen die historischen Konzepte und Darstellungsweisen aufgearbeitet werden. Dabei denke ich an eine Bestandsaufnahme sozusagen vor der Tür: Schwerpunkte sollen Siegen und das Siegerland und NRW, das immigrationsstärkste Bundesland sein.

Wir werden auf Elearning-Basis mit Studierenden der Deutschen Kulturgeschichte der Universität Kopenhagen zusammenarbeiten, die wir dann auf der Exkursion (23.-27.4.2007) in Berlin auch ‚real’ treffen werden. 

Während die Dänen stärker die kulturgeschichtlichen Aspekte zum Thema behandeln, wird unser Schwerpunkt die Medialisierung sein.

Außerdem soll in unserem Projekt ein Produkt entstehen: für eine multimediale Website sollen Sie alle bisherigen medienpraktischen Kenntnisse anwenden können. Kulturvergleichende Themenstellungen werden bei diesem beispielhaften Experiment zwischen einer dänischen und einer deutschen Uni ebenso wichtig werden wie die Vermittlung von Wissen – angefangen bei der eKommunikation bis hin zur öffentlichen Präsentation.

Die TeilnehmerInnen dieses Projektes werden bei einem Probelauf des LCMS www.movii.de (moving images and interfaces) dabei sein, werden ein Weblog bedienen und selbstverständlich das gemeinsame Produkt kreieren. Eine theoretische und methodische Reflexion des Themas wird u.a. in der Diskussion mit den dänischen KollegInnen erarbeitet.

 

Prof. Dr. Susanne Regener, Universität Siegen, Lehrstuhl Mediengeschichte, Wintersemester 2006/07 und Sommer 2007