Rassenkonstruktion

Miles spricht von Rassenkonstruktion, wenn soziale Beziehungen dadurch strukturiert werden, dass biologische Merkmale die Bedeutung bekommen, unterschiedliche soziale Gruppen zu konstituieren. […] Der Begriff verweist also auf einen Vorgang der Kategorisierung und Repräsentation, in dem ein Anderer […] somatisch definiert wird. Die definierte Gruppe wird (implizit oder explizit) für eine von Natur aus existierende Gruppe gehalten, die sich biologisch reproduziert.

Die Konstruktion von „Rasse“ ist ein dialektischer Prozess der Bedeutungskonstitution. Z.B. Ich bin schwarz, der Andere ist weiß. Dadurch grenzt man nicht nur den Anderen ab, sondern auch sich selbst.

 

Quelle: Robert Miles (2000): Bedeutungskonstitution und der Begriff des Rassismus, in: Nora Räthzel (Hrsg.), Theorien über Rassismus. Hamburg: Argument Verlag. S.21