Subjekt

[lateinisch] das; in der Philosophie, v.a. in der an Aristoteles orientierten Tradition Bezeichnung für den substanziellen Träger (das Substrat) von Zuständen, Eigenschaften und Wirkungen; im heutigen, erkenntnistheoretischen Sinn das ›Ich‹, das einem ›Nicht-Ich‹ oder Objekt, auf das sich sein Denken oder Handeln ausrichtet, gegenübersteht.

Emile Durkheim, einer der Begründer der Sozialwissenschaften, schrieb über die Person, dass erst ihre Autonomität sie zu einer Person mache: „Eine Person zu sein, bedeutet, eine autonome Quelle des Handelns zu sein“ (in Durkheim 1981). Damit ist auch schon der Hauptpunkt der Überlegungen zum Subjekt gegeben: das eigenständige Handeln. Eine Definition im Sinne Durkheims nimmt Isaiah Berlin vor. Er verknüpft Subjekt-Sein und Subjektivität zu dem Wunsch des Einzelnen „sein eigener Herr zu sein. Autonomes Handeln steht hiernach im Vordergrund. Berlin unterscheidet zwischen einem Subjekt, welches ‚frei’ handeln könne, und einem Objekt, mit welchem etwas geschehe. Die passive Aneignung vorgefertigter und schnell vergänglicher Lebenskonzepte gefährde damit das Subjekt als solches. So gelangt Descartes zu seiner berühmten Aussage: Ich denke, also bin ich!“ Implizit ist hierin die radikale Trennung von Körper und Geist.

 

Quellen:

1) http://lexikon.meyers.de/meyers/Subjekt

2) Durkheim, Émile1981: Frühe Schriften zur Begründung der Sozialwissenschaft, Darmstadt [u.a.]: Luchterhand.