Zwei Semester lang haben sich 21 TeilnehmerInnen des Projektseminars an der Universität Siegen mit der Problematik von Rassismus, Xenophobie und Migrationsproblemen in unserer Gesellschaft auseinander gesetzt. Recherchiert wurde in Kleingruppen über die Geschichte des Rassismus und theoretische Ansätze in der Kultur- und Sozialwissenschaft, über Modelle einer Kritik an Fremdenfeindlichkeit, Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung.

Orte einer genaueren Bezugnahme waren aus dem näheren und weiteren Umfeld: welche Forschungen und studentischen Initiativen finden sich an der Universität auf dem Haardter Berg? Welche Projekte beschäftigen sich aktuell in NRW und Deutschland und Europa mit den Themen Migration, Integration und Anti-Diskriminierung? Wie werden die Probleme um Migration und rassistische Äußerungen und Übergriffe auf Ausländer in der deutschen Medienberichterstattung dargestellt?

Die Studierenden wählten den Schwerpunkt Schule und Migrationsproblematik und machten Interviews, Handy-Video-Experimente und teilnehmende Beobachtungen an verschiedenen Schulen in Siegen und Umgebung. Leitend waren uns folgende Fragestellungen: Welche Bedeutung hat der Migrationshintergrund eines Schülers, einer Schülerin für die Schulbildung und die Bildungschancen allgemein und für das soziale Miteinander in den verschiedenen Schulformen? Kann das mehrgliedrige Schulsystem in Deutschland ausreichend Benachteiligungen von SchülerInnen mit Migrationshintergrund entgegenwirken? Vermittelt die Schule genügend Schlüsselkompetenzen und soziale Kompetenzen für eine multikulturelle Gesellschaft ohne Diskriminierung?

Eine Kleingruppe hat – angeregt durch das Studium der vielfältigen Medienberichterstattung zu Mitbürgern mit Migrationshintergrund – eine filmische Erkundung gewählt: In dem in Eigenregie entstandenen Dokumentarfilm „Klassengesellschaft“ verfolgen die Studierenden die Problematik des deutschen Schulsystems, das oftmals zur Benachteilung von Migrantenkindern führt. Sie können den Dokumentarfilm auf dieser Website herunterladen.

Höhepunkt der Projektarbeit war die Auseinandersetzung mit dänischen Studierenden der Deutschen Kulturgeschichte von der Universität Kopenhagen (unter der Leitung von Prof. Dr. Detlef Siegfried). Beide Gruppen, die im Vorfeld ähnlich auf theoretischem Gebiet gearbeitet hatten, trafen sich zu einem fünftägigen Austausch in Berlin. Hier wurden gemeinsam Erkundungen und Mini-Feldforschungen in den so genannten Problem- und Migrationsstadtteilen Neukölln und Kreuzberg vorgenommen und in Workshops ausführlich dänische und deutsche Leitpositionen zu Migrationsfragen und schulischer Organisation diskutiert.

Wir bedanken uns bei allen InformantInnen, MuseumskuratorInnen, ArchivarInnen, LehrerInnen und SchĂĽlerInnen und WissenschaftlerInnen, die uns ihre Projekte vorstellten, Auskunft gaben und mit uns bereitwillig diskutierten.

Und wir wĂĽnschen allen Interessierten viel SpaĂź beim Erkunden der Projekt-Website.

 

Siegen, im Juli 2007  

Prof. Dr. Susanne Regener

www.mediengeschichte.uni-siegen.de